Sorgende Gemeinschaften stärken Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alter

EUREGIO-Generalversammlung mit Soziallandesrat Christian Dörfel in Bad Leonfelden im Zeichen des demografischen Wandels

Bad Leonfelden. Rund 60 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Vertreter der Regionalentwicklung aus dem Mühlviertel folgten der Einladung von EUREGIO-Obfrau Gabriele Lackner-Strauss zur Generalversammlung in Bad Leonfelden. Im Zentrum stand ein Zukunftsthema, das alle Gemeinden betrifft: der Umgang mit dem demografischen Wandel und die Sicherstellung von Pflege und Betreuung im Alter.

„Die Herausforderung ist klar: Der Anteil älterer Menschen in unseren Gemeinden steigt deutlich, gleichzeitig verändern sich die Familienstrukturen“, betonte Lackner-Strauss. „Unser Ziel muss es sein, den Menschen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld zu ermöglichen.“

Als Impulsgeber unterstrich Soziallandesrat Christian Dörfel die zentrale Rolle der Gemeinden in der Pflege- und Betreuungsstrategie des Landes Oberösterreich: „Dort, wo das Leben stattfindet und Menschen einander kennen, können ehrenamtliche Unterstützungsangebote zur Erleichterung des Alltags besonders wirksam sein. Unter dem Begriff der ‚Sorgenden Gemeinschaft‘ wollen wir bestehende Initiativen stärken und neue entwickeln.“

 

Sorgende Gemeinschaften: Gemeinden als Dreh- und Angelpunkt

Das Konzept der „Sorgenden Gemeinschaften“ stellte Regionalmanagement-OÖ-Geschäftsführer Stefan Heinisch vor. Ausgehend von den Gemeinden steht dabei ein koordiniertes Zusammenspiel von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Pfarren und professionellen Diensten im Mittelpunkt. Ziel ist es, Unterstützung im Alltag niederschwellig und wohnortnah anzubieten.

Typische Angebote reichen von Besuchsdiensten, Mittagstischen und Seniorencafés über Einkaufs- und Fahrdienste bis hin zur Begleitung bei Terminen und zur Entlastung pflegender Angehöriger. Das Regionalmanagement leistet dabei Starthilfe und unterstützt Gemeinden und Gemeindekooperationen, die sich auf den Weg zu einer Sorgenden Gemeinschaft machen wollen.

 

 

Bezirk Freistadt als Vorbild

Dass dieser Ansatz bereits erfolgreich umgesetzt wird, zeigt der Bezirk Freistadt. Bezirkshauptfrau und EUREGIO-Vorstandsmitglied Andrea Wildberger verwies auf den Verein „WAlter – Wirknetz Alter Freistadt“, der von allen 27 Gemeinden des Bezirks getragen wird.

„Die Zukunft der Betreuung und Pflege entsteht nicht nur im staatlichen System, sondern auch vor Ort – in der Nachbarschaft, in Vereinen und Betrieben“, so Wildberger. Ziel des Vereins WAlter ist es, freiwilliges Engagement zu stärken und bestehende Angebote besser zu vernetzen. Aktuell sucht der Verein sogenannte „WALTER-Pioniere“, die als lokale Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie als Motivatoren in den Gemeinden wirken sollen.

 

EUREGIO als Plattform für regionale Entwicklung

Der Regionalverein EUREGIO versteht sich als politisches Sprachrohr des Mühlviertels sowie als Plattform für regionale und grenzüberschreitende Projekte mit Südböhmen und Niederbayern. Die Generalversammlung machte einmal mehr deutlich, dass die Gestaltung des demografischen Wandels eine zentrale Gemeinschaftsaufgabe für die Region ist.


Fünf Personen stehen vor Roll‑ups von „RMO Regional Management Oberösterreich“ und „Euregio“. Eine Person hält eine Broschüre „Begleitung, Betreuung und Pflege in OÖ“ in der Hand.
Sorgende Gemeinschaften im Mühlviertel unterstützen: Regionalmanagement-Geschäftsführer Stefan Heinisch, Freistadts Bezirkshauptfrau Andrea Wildberger, Soziallandesrat Christian Dörfel, EUREGIO-Obfrau Gabriele Lackner-Strauss Geschäftsstellenleiter Christoph Artner-Sulzer (v. li.n.re.)
Fünf Personen stehen vor Roll‑ups von „RMO Regional Management Oberösterreich“ und „Euregio“. Eine Person hält eine Broschüre „Begleitung, Betreuung und Pflege in OÖ“ in der Hand.